MARASKINO – Kapitel II: Irritation

Wenn die Vertrautheit der Routine und Klischees beginnt unbequem zu werden. Die Gedanken lauthals streiten und Wörter zu kippen beginnen. Dann befinden wir uns dort, wo der Raum zwischen den Zeilen enorm wird und Irritation entsteht.

An einem kantigen Tag.
Im Wahnsinn aus Unordnung, Verlangen und Unfug entstand ein Album. Dessen Veröffentlichung erfolgt als Trilogie: „Kapitel I: Gusto“ – begonnen in Mexiko, „Kapitel II: Irritation“ – ausgereift in Wien und „Kapitel III: Unsinn“ – irgendwo anders. Anfang 2018 reiste Julian Hruza nach Mexiko, um aus der Unerträglichkeit der Wiederholung für einen Moment auszubrechen, sich hinzugeben und Tacos lieben zu lernen. Wieder in Wien hat er sich vom Alltag packen und stimulieren lassen. Gemeinsam mit einer Riege von Kreativen hat er an Sounds gefeilt – und MARASKINO wurde zum Leben erweckt.

Es muss kitzeln. Zwischen den Ohren und zwischen den Beinen.
„Kapitel II: Irriation“ ist das Debut. Begonnen wird mit dem zweiten Kapitel, da das Unangenehme auch immer der Auslöser für das sich in Bewegung setzen ist. Die Veröffentlichung ist ein Clubsoundtrack für zu Hause. Hier mischen sich die Genres Spoken Word, Pop und Elektro mit Reminiszenzen an Acid Techno, Slow Tech, Happy Hardcore so wie Spuren von Dub. Julian Hruza ist das Herzstück und der Pulsgeber des Projekts, ein kompromissloser Narr im richtigen Moment. Seine eindringlich-bassige Stimme verführt und stimuliert, verfängt sich ab und an in Klischees. Seine Texte erregen Aufruhr, sind verdreht, optisch und bringen zum Schmunzeln. Eingebettet ist all das in treibende, lustvolle und mitunter verstörende Sounds. Bernhard Hammer (Elektro Guzzi, Buenoventura) fing jede dieser Stimmungen ein und erzeugte durch seinen unermüdlichen Schöpfungsdrang und seinen Ideenreichtum spektakuläre Klangwolken. Mit seinem breitgefächertem Musikwissen half Martin Schiske (Johann Sebastian Bass) beim Arrangement. Er führte Regie bei der Gesangsperformance und ließ den Synthesizer krachen. Am Schlagzeug und am Synth experimentierte mit einer geballten Ladung an Sensibilität Christoph Sztrakati (Julian & der Fux). Mit den richtigen Fragen schaffte es Sebastian „Zebo“ Adam, die stimmigsten Lösungen zu finden – gleich einem Eukalyptus-Entspannungsbad nach einem harten Tag. Essentieller Teil des Projekts war und ist Jessica Gaspar, die Muse und Sparingpartnerin für Text, Musik und deren Wirkung.

Weitere Beteiligte waren Lulu Schmidt, zu Gast bei „Drück Mich“, mit ihrer markanten Stimme und ihrem Ideenreichtum, Daniel Schober (Gewürztraminer), Meister des Kontrabasses, der selbst, wenn er vom Stuhl fällt, lachend am Boden weiter spielt – ebenso Gast bei „Drück Mich“. Zur Formvollendung der Platte waren zudem Bernhard Breuer (Elektro Guzzi) am Schlagzeug bei „Sashimi“, Arthur Nutz (Elsa Tootsie and the Mini Band) an der Lapsteel bei „Nacktschnecke“ und Bernhard Rehn mit dem Modularsynthsolo bei „Ohne Haus“ vertreten.

All das zusammen ist „Contemporary Porn Pop“. „Contemporary“ wie das Jetzt mit all seinen Fantasien und Ärgernissen, „Porn“ wie klebrig überdreht und „Pop“ wie verdaulich und amüsant.

MARASKINO tour dates

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